Störungen
Eßstörungen
Die beiden häufigsten Eßstörungen sind Magersucht (die sog. Anorexia nervosa) und exzessive Heißhungerattacken (die sog. Bulimia nervosa). Beide Störungsbilder, die in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben, beginnen meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter und betreffen in erster Linie junge Frauen, wesentlich seltener Knaben oder junge Männer. Während Anorexia nervosa bei jungen Frauen durchschnittlich im Alter von 16 Jahren beginnt, erkranken Jungen oft einige Jahre früher. Wesentliches diagnostisches Kriterium für das Vorliegen einer Magersucht ist ein Körpergewicht von mindestens 15% unter dem zu erwartendem Gewicht oder ein Body-Mass-Index (BMI) von höchstens 17,5 (Berechnung: Gewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße zum Quadrat) In seltenen Fällen müssen die Patientinnen davor geschützt werden, sich selber verhungern zu lassen.
Bulimia nervosa dagegen tritt selten unter 14 Jahren auf und scheint weniger abhängig vom Geschlecht zu sein. Einzelne Körperteile (Bauch, Oberschenkel) werden stets als zu dick empfunden und daher wird die Nahrungszufuhr oft drastisch reduziert, vor allem werden hochkalorische Nahrungsmittel (wie z.B. Sahne, Eis, Kuchen, Nudeln, etc.) vermieden. Dabei kommt es bei der Bulimie immer häufiger zu sog. Heißhungerattacken, bei denen gerade die gemiedenen Nahrungsmittel in großen Mengen verschlungen werden. Aus Angst vor erneuter Gewichtszunahme versuchen dann die Jugendlichen, ihr Gewicht durch Erbrechen zu regulieren.

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